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24Jan

Casting Direktorin von Verbotene Liebe

Wir waren zu Gast bei Kathy Moini, der Casting-Direktorin von "Verbotene Liebe".

Your Chance: Guten Tag Frau Moini, wir freuen uns sehr, dass Sie sich die Zeit für ein Interview mit uns genommen haben. Sie sind hauptsächlich für die Besetzung von "Verbotene Liebe" zuständig, besetzen Sie auch andere Sendungen?
Kathy Moini: Ich bin ausschließlich für "Verbotene Liebe" zuständig. Das beinhaltet den Cast für Köln und Mallorca.

YC: Seit wann arbeiten Sie im Bereich Casting und wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen?
KM: Im Casting arbeite ich seit 2001. Ich habe bei der VL (Verbotene Liebe, Anm. d. Red.) 1997 mit diversen Praktika angefangen. Da ich mich zu der Zeit in der Ausbildung zur Bekleidungstechnischen Assistentin befand, führte mich mein erster Weg ins Kostümbild. Von da ging es kurzfristig in die Pressestelle. 1998 fragte mich unser damaliger Produktionsleiter, ob ich nicht Lust hätte, den Empfang zu betreuen. Dort war ich dann ein Jahr und betreute von da aus die Komparsen. Da mir das sehr viel Spaß machte, war ich danach den halben Tag bei den Kollegen im Casting und fing an Kleindarsteller auszusuchen. Bis Anfang 2001 war ich Produktionsassistentin und übernahm danach die Castingassistenz. Seit 2004 bin ich als Castingdirektorin alleine für VL verantwortlich.

YC: Aus welchen Tätigkeiten setzt sich Ihre Arbeit zusammen und wie sieht Ihr Alltag aus?
KM: Ich besetze alle Hauptrollen, Nebenrollen und Kinderrollen. Bei den Hauptrollen mache ich aufgrund von Rollenprofilen für mich eine Vorauswahl und schaue mir Demobänder an, gucke wer passen könnte. Dann frage ich die Verfügbarkeit bzw. Bereitschaft der Schauspieler ab, bevor ich sie dann dem Producer vorschlage. Zusammen überlegen wir dann, wer zum Studiocasting (Maske, Kostüm, Spielpartner, etc.) kommen soll. Das sind in der Regel so zwischen vier und sechs Endkandidaten. Manchmal kommt es vor, dass wir uns anhand eines Demobandes nicht ganz sicher sind, in so einem Fall mache ich ein Vorcasting bei mir im Castingraum, bevor jemand ins Studio eingeladen wird. Das Endergebnis der Studiocastings wird dann unserer Redaktion präsentiert, die sich dann final für jemanden entscheidet. Nebenrollen besetze ich über Demobänder ebenfalls in Absprache mit unserem Producer. Die Gagen für Nebenrollen werden dann von mir verhandelt. Im Anschluss gebe ich Datenblätter an alle wichtigen Abteilungen raus, damit diese sich entsprechend vorbereiten können (Vertrag schreiben, Texte rausschicken, etc.) Bei Kinderrollen sieht es so aus, dass man sich einige Kinder persönlich anschaut, da natürlich viele kein Demoband haben. Da braucht man ein gutes Gespür, wer in Frage kommt und wer eher nicht, da muss man oft spontan sein und sich auf die wechselnde Lust und Laune der Kinder einstellen. Wenn ich mich für ein Kind entschieden habe, stelle ich einen Antrag an die Bezirksregierung Köln, da für Kinder bestimmte Uhrzeiten einzuhalten sind und eine entsprechende Drehgenehmigung erforderlich ist. Mein sonstiger Arbeitsalltag besteht natürlich auch aus vielen Gesprächen mit Agenturen, teilweise aus persönlichen Gesprächen mit Schauspielern. Oft ist es besser, einen Schauspieler persönlich kennenzulernen, um sich ein aktuelleres Bild machen zu können. Der Kontakt mit den Agenturen ist sehr wichtig, da wir gegenseitig voneinander profitieren. Ich arbeite auch sehr eng mit unserem Schauspielcoach zusammen, mit dem ich mich regelmäßig über die Entwicklung der Schauspieler und deren Figuren austausche. Manchmal passieren auch unvorhersehbare Dinge, z.B. dass eine Rolle sehr kurzfristig umbesetzt werden muss, da ein Dreh aufgrund von Sperrterminen mit einem Krankheitsfall kollidieren kann. Es bleibt also immer spannend.

YC: Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf besonders?
KM: Ich finde es toll, auf so viele unterschiedliche Menschen zu treffen und sich auf jeden individuell einzustellen. Das Casting ist die erste Anlaufstelle für einen Schauspieler in der Produktion. Man erlebt hier teilweise sehr private Momente, je nachdem ob sich jemand öffnet oder nicht, das hat schon fast ein bisschen was von Psychologie. Mit einigen findet man halt schneller einen Draht, mit anderen wieder weniger. Mich interessiert auch nicht nur die Vita eines Schauspielers, sondern auch der Mensch an sich. Das finde ich sehr spannend. Es freut mich natürlich ganz besonders, wenn Schauspieler in ihren Rollen gut funktionieren, wenn ich weiß, ich hatte das richtige Bauchgefühl und habe wirklich für jemanden gekämpft. Außerdem ist es toll, wenn man jemanden neu entdeckt hat, der sich dann sehr gut entwickelt.

YC: Was ist das Skurrilste, das Ihnen je in einem Casting passiert / begegnet ist?
KM: Bei so vielen unterschiedlichen Menschen, erlebt man so Einiges. Ich hatte einmal den Fall, dass eine Schauspielerin im Studio ankam und noch vor dem Casting wieder nach Hause fliegen wollte, da sie die zwei anderen Kandidatinnen neben sich nicht geduldet hat und sich dann überlegt hat, dass das tägliche Format wohl doch nichts für sie ist. So etwas passiert eben.

YC: Worauf muss sich ein Schauspieler einstellen, wenn er zum Casting eingeladen wird?
Jeder Schauspieler bekommt ein paar Wochen vorher das Rollenprofil und spätestens eine Woche vorher eine Castingszene, auf die er sich vorbereiten kann. Beim Studiocasting kommt jeder ins Kostüm und in die Maske, bevor wir mit der Szene anfangen. Wir versuchen immer uns sehr viel Zeit für jeden einzelnen zu nehmen und arbeiten mit den Leuten, um das Bestmögliche aus ihnen rauszuholen. Für Hauptrollen brauchen wir viele verschiedene Facetten.

YC: Welche Voraussetzungen sollte ein Kandidat mitbringen? Ist eine professionelle Schauspielausbildung immer Pflicht? 
KM: Jeder sollte sehr gut vorbereitet sein, damit er sich beim Casting nicht ständig auf seinen Text konzentrieren muss und bei einem Satz schon über den nächsten nachdenkt. Man sollte also den Schwerpunkt auf das Spiel legen und sich darauf und auf den Spielpartner einlassen! Es ist natürlich enorm wichtig, sich vorher mit dem Rollenprofil zu beschäftigen, um zu wissen wo die Figur herkommt oder was ihre Haltungen und Konflikte, Stärken und Schwächen sind. Natürlich ist es von Vorteil, wenn Schauspieler Erfahrung mitbringen oder eine Ausbildung absolviert haben. Ich würde aber niemals jemanden ablehnen, der keine Schauspielausbildung hat. Im ganz jungen Altersbereich ist das ja auch nur schwer möglich. Wichtig ist, ganz viel Spaß und Leidenschaft für den Beruf mitzubringen. 

YC: Wie groß ist die Chance ausgewählt zu werden und wo liegen die größten Hürden?
KM: Bei Hauptrollen spielen immer viele Faktoren eine Rolle. Wir haben ein sehr hohes Pensum zu bewältigen, da brauchen wir Schauspieler, die 100% am Ball bleiben und eine gewisse Spielfreude mitbringen. VL ist eine Glamoursoap, da muss das Verhältnis zwischen gutem Spiel und einer gewissen Attraktivität einfach stimmen. Oft ist es auch einfach eine Typentscheidung. Die größte Hürde ist meiner Meinung nach, wenn ein Schauspieler sich gar nicht mit der Rolle identifizieren kann, das spürt man.

YC: Worauf achten Sie bei der Auswahl besonders?
KM: Auf die feinen Nuancen. Es ist immer schön, wenn Schauspieler beim Casting etwas anbieten und sich Gedanken zur Szene gemacht haben. Ich muss das Gefühl haben, dass der Zuschauer an der Figur dranbleibt, mitfühlt und sich mitreißen lässt. Jemand muss konstant interessant bleiben und darf nicht nach zehn Folgen langweilig werden. Das ist ganz wichtig für eine Langlaufserie.

YC: Gibt es absolute No-Gos?
KM: Es geht gar nicht, wenn jemand völlig unvorbereitet an's Set kommt oder das Gefühl vermittelt, gar keine Lust zu haben oder nicht bei der Sache ist. Das ist sehr hinderlich. Divenhaftes Verhalten kommt auch gar nicht gut an, da wir hier alle auf gute Teamarbeit angewiesen sind.

YC: Wer trifft die finale Entscheidung über die Auswahl?
KM: Unser Kunde, die Redaktion der ARD.

YC: Was tun, wenn man abgelehnt wurde?
KM: Ich glaube der Beruf eines Schauspielers hat ganz viel mit Glück zu tun. Im Prinzip zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, da ja ganz oft Typentscheidungen getroffen werden. Wenn man abgelehnt wird, heißt das also nicht zwangsläufig, dass man nicht gut war. Man sollte das auf gar keinen Fall persönlich nehmen. Ich denke immer, dass alles seinen Sinn hat. Es gab schon häufig Fälle, dass ein Schauspieler nicht genommen wurde, dann aber ein halbes Jahr später auf eine andere Rolle so gut passte, dass es geklappt hat. Wenn man den Beruf wirklich von Herzen ausüben möchte, sollte man auch nach Absagen nicht aufgeben.

YC: Noch eine abschließende Frage zur Serie: Dürfen Sie schon sagen, wie es mit der Serie weitergeht? Stichwort "Mallorca"?
KM: Nein, da wird nichts verraten. Ich kann nur sagen, dass die Zuschauer sich auf viele neue und einige altbekannte Figuren freuen können. Verbotene Gefühle, Intrigen, Emotionen und Herzschmerz pur werden die Zuschauer noch mehr fesseln als vorher und sie dem Glamourmärchen VL noch ein Stück näher bringen.

YC: Vielen Dank Frau Moini für das Interview und den so umfangreichen Einblick in den Castingprozess. Wir wünschen Ihnen für die Zukunft weiterhin viel Erfolg!

Casting Direktorin von Verbotene Liebe - Teaser

News

Unter “Talents” befindet sich die mittlerweile über 56.000 User umfassende Datenbank von Your Chance. Talente aus allen Bereichen treffen hier aufeinander und präsentieren sich und ihre Fähigkeiten. Professionelle Schauspieler reihen sich an Komparsen, Models, Musiker, Moderatoren, Sportler und zahlreiche weitere Talente wie Zauberer, Akrobaten oder Comedians. Besonders beliebt bei den Usern sind Castings für Komparsen und Kleindarsteller. Eine kostenlose Anmeldung steht jedem interessierten Künstler, der ein besonderes Talent besitzt, offen. Your Chance legt großen Wert auf die Einhaltung des Datenschutzes und der Privatssphäre. Der User kann entscheiden, wieviel er von sich gegenüber der Öffentlichkeit preisgeben möchte. Die Sichtbarkeit der Daten für die Caster bleibt von den Privatssphäreeinstellungen unberührt, diese können im Falle einer Bewerbung weiterhin die gesamte Sedcard einsehen. Genauere Informationen zum Datenschutz können den Datenschutzerklärungen entnommen werden.

Der Schutz von Kindern und deren personenbezogenen Daten liegt Your Chance besonders am Herzen. Das Mindestalter für eine Anmeldung beträgt sieben Jahre und benötigt bis zum vierzehnten Lebensjahr das ausdrückliche Einverständnis der Eltern und eine Mailadresse von einem Erziehungsberechtigten. Ab dem vierzehnten Lebensjahr bestätigen die Jugendlichen mit ihrer Registrierung, dass sie im Vorfeld die Erlaubnis ihrer Eltern eingeholt haben. Im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und den strengen Your Chance eigenen Richtlinien können somit auch Kinder bedenkelos an Castings teilnehmen und sich beispielsweise für den Einsatz als Komparsen in einer Film- oder Fernsehproduktion bewerben. Your Chance empfiehlt dennoch, dass Eltern ihre Kinder beim Anmelde- und der Teilnahmeprozess an Castingaktionen begleiten. Weitere Angaben zum Schutz von Kindern und Jugendlichen können dem Informationsschreiben für Eltern entnommen werden.

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