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Artist Felix Häckell

Geduld, Geduld und nochmals Geduld - das ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die man als Artist mitbringen sollte. Es ist nämlich nicht gerade einfach, die Fähigkeiten eines Artisten zu erlernen und bedarf einer Menge Training. An Felix Häckell, dem Jongleur aus unserem Your Chance Trailer, den Du Dir HIER ansehen kannst, wird deutlich, dass zu einem ausgebildeten Artisten weitaus mehr gehört, als „nur" Gegenstände in die Luft zu werfen und wieder aufzufangen.

Felix jedenfalls hatte zunächst gar kein Interesse an diesem Beruf, sondern entschied sich - vielleicht auch seinen Eltern zuliebe - nach dem Abitur für eine solide Ausbildung. „Damals habe ich mich dazu entschlossen eine Ausbildung zum Physiotherapeuten zu machen, weil ich damit überall auf der Welt etwas anfangen kann. Man braucht nichts - außer seine eigenen Hände." Auch wenn er zunächst glücklich war mit seinem Beruf, änderte das nichts daran, dass sein Wunsch, aus der Arbeitsroutine auszubrechen von Monat zu Monat größer wurde. Also suchte er nach Alternativen.

Felix entdeckte im Laufe der Zeit sein Interesse an der Artistik, sei es durch Partys, auf denen es Feuershows gab oder einen Freund, der selbst eine Artistenschule besuchte. Ihm wurde schließlich klar, dass genau das der Weg, den er gehen will. Also hing er seinen Job mit Ende zwanzig an den Nagel und verkündete seinen Eltern: „Ich werde Artist!"

Allerdings wird man das nicht von heute auf morgen. Die Ausbildung ist hart, das Training zeitaufwändig und die Kurse vielfältiger, als man annimmt. Felix lernte zu jonglieren und hatte unter anderem Unterricht in Tanz, Ballett, Schauspiel und Pantomime. Es waren besonders diese Vielfältigkeit und die künstlerische Freiheit, die Felix an der Artistenschule schätze. „Durch die unterschiedlichen Kurse wird man selbst vielseitiger. Am besten ist es, wenn man von allem etwas kann", sagt er. Allerdings sei es wichtig, „zu seinen Ideen zu stehen. Man muss mit Herz und Seele dabei sein, immer am Ball bleiben und nichts einreißen lassen." Ohne diese Leidenschaft wäre es wohl nicht möglich, das Pensum zu schaffen.

In Deutschland gibt es zwei offizielle Zirkusschulen, beide in Berlin, und die Ausbildung zum Artisten dauert drei Jahre. Nach seiner Ausbildungszeit hat Felix die Schule als staatlich anerkannter Akrobat und Bühnenartist verlassen. Als Teil der Abschlussprüfung entwickelt jede Klasse dabei am Ende der Ausbildung eigene Acts, die auch vor Publikum bestehen sollten. Felix plante sogar, diese Nummern auch nach der Schule selbstständig fortzuführen. Leider „wurden wir vom Veranstalter über den Tisch gezogen, so dass das Projekt letztendlich zum Scheitern verurteilt war", erzählt Felix. Weil sie unter diesen Umständen nicht mehr an einen Erfolg glaubten, blieben von anfangs sieben Personen am Ende nur zwei übrig: Felix Häckell und Frank Kraft. Sie gaben nicht auf, entwickelten ihre ursprüngliche Idee weiter und erschufen schließlich ein eigenes Projekt: Kartell Agile, eine Art Künstlerpool zur Durchführung speziell auf die Wünsche von Kunden zugeschnittener Events und Shows.


Durch die Arbeit an seinem Projekt, hat Felix erkannt, dass es gar nicht leicht ist, sich selbstständig zu machen und seinen Traum auch zu leben. Letztendlich musste er viel ausprobieren und experimentieren, um eine Show zu entwickeln, die ihm einerseits entspricht und andererseits den Geschmack des Publikums trifft.
Als Künstler ist es wichtig, sich von anderen abzuheben, eine individuelle Show zu zeigen und im Gedächtnis der Menschen zu bleiben, um weitere Aufträge zu bekommen. Felix erzählt in seinen Shows häufig Geschichten und erklärt, dass sich dieser Stil erst in den letzten Jahren in Europa entwickelt hat. Mittlerweile greift bei einer Show alles ineinander über: Tanz, Akrobatik, Artistik. Alles ist miteinander vernetzt. Für Felix hat jedenfalls inzwischen geklappt: Er hat sich als Artist etabliert, und tritt regelmäßig in Berlin auf. „Bei einem Auftritt sollte man immer sehr gut vorbereitet sein", verrät er. „Es ist wichtig, exakt zu sein und in diesem Fall nicht zu improvisieren. Als Artist muss jeder Handgriff sitzen."

Bei seiner Arbeit als Artist und Akrobat kommt ihm sein früherer Beruf zugute, denn er kann in den Tanz und die Bewegung viel aus seiner Zeit als Physiotherapeut einfließen lassen. „In meiner Ausbildung habe ich natürlich viel über Bewegung mitgenommen", ist Felix sich sicher. „Ich habe ich einen guten Blick dafür bekommen und sehe sofort, wie die Maschine eines Menschen funktioniert. Also ob er sich gut bewegen kann und wie zum Beispiel seine Haltung ist."

Insgesamt gesehen ist das Feedback aus seinem Umfeld sehr positiv, denn „solange man das macht, was man möchte ist man glücklich - und das macht andere auch glücklich", ist Felix sich sicher.

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